Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen: 10 Dinge, die du nicht mehr tun solltest

Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen: 10 Dinge, die du nicht mehr tun solltest

Lebst du mit einer Person zusammen, die ein Problem mit Alkohol hat und weißt nicht, wie du ihr noch helfen kannst? Leidest du unter den Folgen des Alkoholproblems (in Form einer Alkoholsucht, Alkoholabhängigkeit oder Alkoholmissbrauch) eines geliebten Menschen? Machst du dir Sorgen um das Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen? Es gibt einige Tipps, die man im Umgang mit den Betroffenen (ugs. auch als Alkoholiker bezeichnet) beachten sollte und Verhaltensweisen, die man selbst lieber vermeiden sollte. Mach mit diesen 10 Dingen Schluss, um ein wenig Last von deinen Schultern zu nehmen und deinen Umgang mit dem Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen zu ändern.

Aber warum solltest du überhaupt etwas ändern, wenn eine nahestehende Person an Alkoholismus erkrankt ist? Schließlich hat die betroffene Person das Problem und nicht du, richtig? Leider kannst du nur dich selbst ändern und die einzige Möglichkeit den aktuellen Lauf der Dinge zu beeinflussen, liegt somit in deiner Hand. Nur wenn du deine eigenen Reaktionen auf das Verhalten des Betroffenen (ugs. Alkoholiker) hinterfragst, kannst du auch die Beziehung zu der Person verändern und ihr gegebenenfalls helfen. All der Frust und Stress, den du erfahren musstest, könnte auf deine eigenen Handlungen und Entscheidungen zurückgeführt werden. Es ist wichtig klare Grenzen zu setzen und keine Aufgaben mehr anstelle der alkoholabhängigen Person zu übernehmen.

Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen: Vermeide diese 10 Verhaltensweisen

Durch die Veränderung deiner Herangehensweise und deiner Einstellung gegenüber dem Suchtproblem kannst du dein Leben in neue Bahnen lenken, damit der Alkoholismus dein Leben und deine Gedanken nicht weiter beherrscht. Dieses Wissen, dass Veränderungen wirklich möglich sind, soll dich darin bestärken, die folgenden zehn Dinge nicht mehr zu tun.

1. Sich selbst die Schuld geben

Typischerweise versuchen Menschen mit einem Alkoholproblem (in Form einer Alkoholsucht, Alkoholabhängigkeit oder Alkoholmissbrauch) ihre Erkrankung und die daraus resultierenden Probleme von sich abzuweisen. Die Betroffenen geben dabei häufig nahestehenden Personen aus ihrem Umfeld und der aktuellen Lebenssituation die Schuld für ihren Zustand. Das Wichtige ist dabei, sich von diesen Schuldzuweisungen zu distanzieren und zu realisieren, dass einzig die betroffene Person für ihre Abhängigkeit verantwortlich ist. Und wenn ein geliebter Mensch alkoholabhängig ist, dann wird er, unabhängig von deiner Hilfe, trinken. Es ist nicht deine Schuld und du solltest dir keine Vorwürfe machen.

2. Es persönlich nehmen

Wenn die Betroffenen (ugs. Alkoholiker) versprechen nie wieder zu trinken, aber kurze Zeit später wieder ihren Trinkgewohnheiten im gleichen Ausmaß nachgehen, dann ist das ein typisches Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen und die Angehörigen neigen dann dazu, die gebrochenen Versprechen und Lügen persönlich zu nehmen. Oftmals kommt es zu Gedankengängen wie: „Wenn er/sie mich wirklich liebt, dann würde er/sie mich doch nicht anlügen“. Wichtig ist dabei zu verstehen, dass die betroffene Person möglicherweise keine Kontrolle über die eigenen Entscheidungen hat und unter der Krankheit Alkoholismus leidet. Rückfälle können immer wieder vorkommen, unabhängig davon, was für ein liebenswerter Mensch du bist oder wie viel Mühe du dir gibst, um der betroffenen Person zu helfen.

3. Kontrolle des Suchtverhaltens

Hast du schon alles versucht, um die geliebte Person vom Trinken abzuhalten? Dann weißt du sicherlich, wie einsam und frustriert man sich fühlen kann. Grundsätzlich ist Hilfsbereitschaft eine wunderbare Eigenschaft, du kannst stolz auf dich und dein Durchhaltevermögen sein! Leider kannst du an dieser Stelle aber nur wenig bewirken. Denn die Realität ist nämlich, dass nicht einmal die Betroffenen (ugs. Alkoholiker) ihr Trinkverhalten kontrollieren können, so sehr sie es auch wollen. Aber was kann man tun, wenn die Person sich wieder mitten in einer Krise befindet und man helfen möchte?

Es mag unlogisch klingen, aber zu diesem Zeitpunkt solltest du nichts mehr tun. Denn du kannst nichts kontrollieren, was nicht in deiner Macht steht. Wenn eine alkoholabhängige Person einen Krisenhöhepunkt erreicht, könnte genau das der Moment sein, in dem die Person bereit sein wird, endlich professionelle Hilfe in Anspruch zu nehmen. Ein Betroffener (ugs. Alkoholiker) muss selbst einen Wunsch nach Veränderung entwickeln, erst dann kann eine Krise bewältigt werden. Solange du der geliebten Person aber in jeder Krise beistehst und deine Aufmerksamkeit auf den Zustand des Betroffenen richtest, kann die Entscheidung, sich professionelle Hilfe zu suchen, verzögert werden. Rückhalt und Verständnis wiegen den Alkoholabhängigen in Sicherheit und geben ihm keinen Anlass, das eigene Suchtverhalten grundlegend zu überdenken.

Lasse eine Krise zu!

Wenn man jemanden mit einem Suchtproblem lebt, dann ist es sehr schwierig sich zurückzulehnen und der Krise im vollen Ausmaß bloß zuzuschauen. Es ist nahezu unmöglich zu akzeptieren, dass die geliebte Person mit Alkohol am Steuer erwischt wird oder aufgrund der Krankheit ihren Job verliert. Trotzdem muss man einsehen, dass es in dieser Situation das Beste ist, nichts zu tun. Es ist wahrscheinlich der schwierigste Ratschlag, aber nur so kann ein Betroffener (ugs. Alkoholiker) verstehen, dass er durch sein Suchtproblem sogar die allerliebsten Menschen um sich herum verlieren kann.

Dieser Tipp spricht gegen alles, woran du glaubst und es nicht das, wonach du im Umgang mit dem Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen gesucht hast? Deine fortlaufende Akzeptanz von inakzeptablen Verhalten kann unter anderem dazu führen, dass sich der Kreislauf der Dinge ständig wiederholt und das auf unbestimmte Zeit. Du musst keine Krise herbeiführen, aber wenn du lernst loszulassen und eine Krise zuzulassen, dann kann genau das der entscheidende Moment in der Krankheitsentwicklung werden. Es ist die einzige Möglichkeit, um eine maßgebliche Veränderung herbeizuführen. Nur so kann die Person wieder die vollständige Verantwortung für ihr eigenes Verhalten tragen.

4. Eigene Heilungsversuche

So sehr du es dir auch wünschst und bereit bist zu helfen – du kannst eine Suchtkrankheit nicht heilen. Alkoholismus ist eine chronische und progressive Krankheit, die im schlimmsten Fall tödlich enden kann. Du bist höchstwahrscheinlich keine medizinische Fachkraft und selbst wenn, solltest du nicht die Verantwortung für die Behandlung von Freunden und Angehörigen tragen. Du solltest weder die Rolle eines Beraters noch die eines Arztes übernehmen. Ein Alkoholabhängiger braucht eine professionelle Beratung, um wirklich wieder gesund zu werden. Es liegt nicht in deiner Verantwortung, auch wenn es sich so anfühlen kann. Jeder Mensch ist für sein Leben selbst verantwortlich und muss selbst eingestehen können, dass er Hilfe benötigt.

Ganz gleich, welchen Hintergrund du hast, in dieser Situation wird Hilfe von außen benötigt. Die Krankheit Alkoholismus durchläuft in der Regel einige Phasen, bis die betroffene Person bereit ist, sich zu ändern. Solange ein Betroffener (ugs. Alkoholiker) keine Veränderung möchte, werden alle Maßnahmen und Hilfeleistungen zwecklos sein und auf Widerstand stoßen. Die Person muss selbstständig einen intrinsischen Wunsch entwickeln, gegen den Alkoholismus zu kämpfen.

Es ist nicht deine Aufgabe, den Alkoholismus der nahestehenden Person zu heilen. Trotzdem ist es ratsam, sich mit den Faktoren und dem Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen vertraut zu machen, die Betroffene dazu bringen können mit dem Trinken aufzuhören. Ebenso sollte man die Aspekte kennen, die Betroffene in ihrer Alkoholsucht bestärken und sie zum Trinken veranlassen. Nimm dir Zeit für dich und überlege, wie du dir selbst in dieser Situation helfen kannst. Das ist ein wichtiger Punkt und oftmals die einzige Möglichkeit, um herauszufinden, welche Art von Hilfe die suchtkranke Person benötigt.

5. Die Geheimhaltung der Sucht

Keiner soll wissen, wie es um den Zustand des Betroffenen (ugs. Alkoholikers) steht – schon gar nicht außerhalb der Familie. Alkoholabhängige wollen in der Regel nicht, dass jemand das wahre Ausmaß ihres Konsums erfährt. So könnte man nämlich auf das ganze Ausmaß des bestehenden Problems Rückschlüsse ziehen und versuchen der betroffenen Person zu helfen. Wenn du aber versuchst dem Betroffenen (ugs. Alkoholiker) zu helfen, indem du den Alkoholkonsum nach außen hin deckst und verheimlichst, dann spielst du der betroffenen Person bei ihrer Verleugnung in die Hände. In diesem Kontext ist auch der Begriff der Co-Abhängigkeit interessant, da auch hier das Suchtverhalten heruntergespielt oder gerechtfertigt wird. Man sollte offen und ehrlich über das Problem sprechen – sowohl innerhalb der Familie als auch mit Freunden oder in entsprechenden Beratungsstellen.

6. Akzeptanz von inakzeptablem Verhalten

In der Regel beginnt die Akzeptanz von unangemessenem Verhalten mit einem kleinen Zwischenfall, der durch Aussagen wie: „Er/sie hat bloß wieder zu viel getrunken“ gerechtfertigt wird. Dies ist der Beginn einer Abwärtsspirale beim Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen, in der deine persönlichen Grenzen immer weiter verschoben werden. Beim nächsten Mal mag das Verhalten noch ein wenig schlimmer sein, Beleidigungen und Erniedrigungen können hinzukommen. Doch mit jedem weiteren Vorfall toleriert man weiterhin inakzeptables Verhalten aufs Neue und bietet damit der alkoholabhängigen Person den Spielraum, deine Grenzen des bereits Akzeptierten auszuweiten. Ehe man sich versieht, verstrickt man sich in einer Beziehung, in der man missbraucht wird. Egal, ob physischer oder psychischer Art – Missbrauch ist niemals akzeptabel. Du musst unangemessenes Verhalten nicht dulden. Du hast immer eine Wahl.

Besonders wichtig ist außerdem der Schutz deiner Kinder. Inakzeptables Verhalten sollte keinen Raum erhalten, insbesondere wenn Kinder involviert sind. Nimm keine verletzenden, beleidigenden oder negativen Kommentare hin, die sich gegen deine Kinder richten. Diese Aussagen können die Psyche eines Kindes lebenslang schädigen. Beschütze deine Kinder und zögere nicht, sie vor einer alkoholabhängigen Person, die deine Grenzen nicht akzeptiert, fernzuhalten. Beleidigungen, die sich gegen deine Familienangehörige richten, sollen dich nur noch stärker verletzten – dulde das nicht.

7. Unrealistische Erwartungen haben

Die Erwartungen, die dir vielleicht als angemessen und realistisch erscheinen, können in der verzerrten Wahrnehmung eines Betroffenen (ugs. Alkoholiker) völlig unrealisierbar klingen. Das macht den Umgang mit der Person besonders schwierig. Wenn ein an Alkoholismus erkrankte Person verspricht nie wieder Alkohol zu trinken, dann wäre es zunächst eine logische Schlussfolgerung, dass die Person es ernst meint und wirklich nie wieder trinken wird. Aber es ist einfacher etwas zu versprechen, als die gewohnten Muster zu brechen und sich Hilfe zu suchen. Auch das ist ein typisches Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen. Dadurch können sich Betroffene (ugs. Alkoholiker) in einem Lügennetz verstricken, um so ihrer Sucht weiter nachzugehen. Wie kann ein Mensch ehrlich zu dir sein, wenn er nicht ehrlich zu sich selbst sein kann?

8. In der Vergangenheit leben

Im Umgang mit der Krankheit Alkoholismus (in Form einer Alkoholsucht, Alkoholabhängigkeit oder Alkoholmissbrauch) liegt der Schlüssel darin, sich auf die gegenwärtige Situation zu fokussieren. Denn Alkoholismus ist für einen progressiven Krankheitsverlauf bekannt und muss deshalb zu jedem Zeitpunkt neu eingeschätzt werden. Es ist eine fortschreitende Krankheit, die sich mit der Zeit verschlimmern kann. Sie erreicht also kein bestimmtes Stadium oder verharrt in einem Zustand. Lasse die Enttäuschungen und Fehler der Vergangenheit nicht deine gegenwärtige Lebenssituation und deine Entscheidungen beeinflussen. Bewerte die Situation also aus heutiger Sicht.

9. Ermöglichung des Verhaltens

Mit dem Versuch zu helfen, können Angehörige das zerstörerische Suchtverhalten der betroffenen Person unweigerlich verstärken. Finde heraus, welche Handlungen die Verleugnung des Betroffenen (ugs. Alkoholiker) und das Herunterspielen der Situation bestärken oder die Person daran hindern, sich den natürlichen Konsequenzen des eigenen Handelns zu stellen. Wenn die inakzeptablen Verhaltensweisen nicht mehr akzeptiert und geduldet werden, könnte es dazu führen, dass ein Betroffener sich schließlich Hilfe sucht.

Was passiert aber, wenn man das Verhalten eines Alkoholikers in der Beziehung weiterhin zulässt? Die Antwort hängt zwar von den genauen Umständen ab, aber in der Regel passieren zwei Dinge – die Person spürt den Schmerz nicht und der Fokus wird vom Verhalten des Betroffenen abgelenkt. Dies lässt sich an folgendem Beispiel visualisieren: Wenn du die alkoholisierte Person bewusstlos vor der Eingangstür vorfindest und ihr hilfst aufzustehen und sich ins Bett zu legen, dann spürst nur du in diesem Moment den Schmerz. Der Fokus liegt hier auf deiner Hilfsbereitschaft und nicht auf dem, was der Betroffene (ugs. Alkoholiker) getan hat – nämlich so viel zu trinken, dass er sich nicht mehr selbstständig fortbewegen kann. Anders gesagt: Wenn der Betroffene stattdessen morgens an der Türschwelle aufwacht, die Nachbarn beschämt vorbeigehen, er ins Haus hereinkommt und sieht, wie die ganze Familie gut gelaunt frühstückt, dann muss er sich allein dem Schmerz und der Scham stellen. Er wird gezwungen sich mit seiner falschen Verhaltensweise bewusst auseinanderzusetzen.

In diesem Fall steht das Verhalten der alkoholkranken Person im Mittelpunkt und nicht deine Reaktion auf das Verhalten. Erst wenn ein Mensch den Schmerz selbst fühlt, wird er das Bedürfnis entwickeln, sich zu ändern. Als weitere Konsequenz könntest du dich weigern mit der Person Zeit zu verbringen. Diese Entscheidung ist keinesfalls gemein oder unfreundlich – es ist ein Akt des Selbstschutzes.

Es ist niemals deine Aufgabe den Alkoholismus eines geliebten Menschen zu heilen. Das Zulassen von natürlichen Folgen könnte jedoch ein Faktor sein, der einen Betroffenen (ugs. Alkoholiker) dazu bringen könnte, das eigene Verhalten zu überdenken. Die letzte Phase der Suchtüberwindung endet schließlich mit dem festen Entschluss und Wunsch nach Veränderung. Vergiss aber nicht, dass dies ein langer Prozess ist, der durch erste Versuche, eine erfolgreiche Abstinenz sowie mögliche Rückfälle geprägt ist – solange, bis die Alkoholsucht unter Kontrolle ist und überwunden werden kann.

10. Hilfeleistungen nicht annehmen

Oft ist das Annehmen von Hilfe die schwierigste Hürde bei der Bewältigung von Alkoholismus für die betroffene Person und ihre Familienangehörige. Vor allem wenn man sich jahrelang niemandem anvertraut hat und nicht über das Problem gesprochen hat, während man die betroffene Person fortwährend gedeckt hat, kann dieser Schritt utopisch klingen. Aber Millionen von Menschen konnten schon von unterschiedlichen Hilfsangeboten profitieren und wieder einen Weg zur Gelassenheit finden. Wenn du dich dazu überwunden hast, wirst du mit Sicherheit sagen: „Das hätte ich schon vor Jahren tun müssen“. Denn das Wichtigste ist, sich nicht nur über das Verhalten von Alkoholikern in Beziehungen zu informieren, sondern auch an sich selbst zu denken und für genügend Selbstschutz zu sorgen.

Bist du auf der Suche nach Hilfe und Antworten?

Erinnerst du dich noch daran, wie es sich anfühlt Spaß zu haben? Lachen zu können und sich sorglos und frei zu fühlen? Das Alkoholproblem eines nahestehenden Menschen kann dir all diese schönen Dinge nehmen und sie durch Sorgen, Angst und Wut ersetzen. Das muss nicht sein. Erfahre wie du deine Situation verändern kannst.

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