Alkoholiker: Symptome und Anzeichen erkennen

Alkoholiker: Symptome und Anzeichen erkennen

Häufig erhalte ich Nachrichten von Angehörigen, dass sie zwar das Gefühl haben, dass ein nahestehender Mensch in ihrem Umfeld ein Problem mit Alkohol hat, aber sie sich noch gar nicht so richtig sicher sind. Sie haben eine erste Vorahnung, suchen aber noch nach den typischen Symptomen und Anzeichen von Betroffenen (umgangssprachlich auch Alkoholiker bezeichnet). 

So geht es vielen Angehörigen:

"Ich bin Tochter einer Alkoholikerin... Glaube ich zumindest. Das heißt konkret, spreche ich sie auf ihr Trinken und ihr Alkoholiker Gesicht an, streitet sie es ab, spielt es herunter, bagatellisiert den Konsum. Ich würde übertreiben und so lasse ich mir jedes Mal ein schlechtes Gewissen einreden und bin mir nicht sicher, ob sie ein Problem mit Alkohol hat."

Hast du auch die Befürchtung, dass dein Angehöriger ein Problem mit Alkohol hat und bist dir aber noch nicht ganz sicher? Möchtest du zunächst weitere Symptome von Alkoholismus zu einem Gesamtbild zusammensetzen? In diesem Beitrag soll es darum gehen, welche Anzeichen für ein Alkoholproblem (ugs. Alkoholiker) sprechen können.

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Die Symptome von Alkoholismus (ugs. Alkoholiker) entsprechen nicht den Erwartungen

Menschen mit einem Alkoholproblem haben keinen Job, sitzen nur auf der Parkbank und riechen unangenehm?

Leider ist diese Meinung noch immer weit verbreitet, aber genau das ist meistens nicht der Fall. Denn betroffen von einer Alkoholsucht sind alle soziale Schichten, alle Berufe und alle Altersgruppen - vom Geschäftsführer bis zum Straßenreiniger. Die Betroffenen sind meist wahre Experten darin zu verbergen, dass sie ein Problem mit Alkohol haben. In den ersten Jahren tun sie meistens wirklich alles dafür, dass sie im privaten und beruflichen Umfeld nicht auffallen. Häufig leisten sie mehr und gelten als sehr beliebte und engagierte Personen. Nach außen vermitteln sie so den Eindruck, dass sie kein Problem mit dem Alkoholkonsum haben und ihr Leben vollkommen in Ordnung ist.

Erst zusammengesetzt ergeben alle Puzzleteile ein Gesamtbild

Ob du nun bereits schon seit längerem die Vermutung hast oder dich erst seit wenigen Wochen damit beschäftigst. Bei deinen Überlegungen solltest du immer beachten, dass der Betroffene nicht zwingend eine Alkoholsucht entwickelt haben muss, nur weil du bereits ein typisches Symptom feststellen kannst. Neben vielen psychische und soziale Hinweise im Verhalten eines Betroffenen, gibt es auch einige körperliche Anzeichen, die auf eine Alkoholerkrankung hinweisen können. Erst wenn du die einzelnen Symptome betrachtest und sie gemeinsam mit den Informationen aus dem Artikel "Alkoholismus erkennen" zusammensetzt, kannst du dir ein Gesamtbild machen, ob der Betroffene die Anzeichen von Alkoholismus (ugs. Alkoholiker) aufweist.

Wenn du über einem längeren Zeitraum Veränderungen bei deinem Angehörigen im Verhalten und / oder körperlichen Merkmalen feststellst, dann solltest du das als ein erstes Warnsignal sehen und auf weitere Anzeichen der Alkoholkrankheit achten. Viele der Alkoholismus-Symptome treten auch nicht sofort und gleichzeitig auf, vielmehr ist es ein langwieriger Prozess und abhängig von der jeweiligen Phase, treten einige Anzeichen früher auf als andere.

Psychische und soziale Symptome von Alkoholismus und typisches Verhalten von Betroffenen (ugs. Alkoholiker)

Noch bevor du körperliche Veränderungen bei dem Betroffenen wahrnehmen kannst, wirst du sehr wahrscheinlich zuerst Veränderungen in seinem persönlichen Verhalten feststellen, beispielsweise in der Art und Weise wie er mit dir und anderen Personen kommuniziert. Diese Veränderungen von psychischen und sozialen Aspekten verschmelzen häufig und gehen daher üblicherweise gemeinsam bei einer Alkoholkrankheit einher.

Unverhältnismäßige Reaktionen und aggressives Verhalten

Häufig fallen Betroffene dadurch auf, dass sie schneller gereizt sind, als man es eigentlich von ihnen kennt und auch unverhältnismäßig, in eigentlich normalen Situationen, reagieren. Dies kann begleitet von verbaler oder auch körperlicher Aggressivität erfolgen. Solche Momente können in den verschiedensten Lebenslagen auftreten und sind für das Umfeld häufig gar nicht nachvollziehbar.

Leugnen des Problems

Spricht man die Betroffenen auf die vermeintliche Alkoholsucht an, werden sie es sehr wahrscheinlich leugnen, die konsumierte Menge und Frequenz des Alkoholkonsum beschönigen oder sogar überzeugend darauf bestehen, dass sie gar keinen Alkohol getrunken haben. Die betroffenen Personen können in solchen Momenten sehr eindrucksvoll und selbstsicher nach außen auftreten und auch teilweise äußerst aggressiv auf Nachfragen zum Alkoholkonsum reagieren.

Zunehmende Unzuverlässigkeit

Nicht selten kommt es mit steigendem Alkoholkonsum auch vor, dass die Betroffenen (ugs. Alkoholiker) unzuverlässiger werden und persönliche sowie berufliche Verpflichtungen außer Acht lassen oder teilweise komplett vergessen. Besprochene Verabredungen werden nicht mehr eingehalten, übertragene Aufgaben nicht mehr erledigt und selbst Aspekte, wie das eigene Kind von der Schule abzuholen oder die Teilnahme am gemeinsamen Familiengeburtstag können der Unzuverlässigkeit zum Opfer fallen.

Familiäre Konflikte

In vielen Fällen kann es ebenfalls innerhalb der eigenen Familien zu Spannungen auf Grund des Trinkverhaltens kommen. Mit zunehmendem Alkoholkonsum steigt die Gefahr, dass der Partner beleidigt und das eigene Kind mit Anschuldigungen und Problemen konfrontiert wird

Veränderter Freundes- und Bekanntenkreis 

Hast du das Gefühl, dass du die bisherigen Freunde deines Angehörigen immer seltener siehst und er sich nun eher mit Personen trifft, die er bisher eigentlich noch gar nicht gekannt hat? Nicht selten kann es vorkommen, dass sich der Betroffene einen neuen Freundes- und Bekanntenkreis aufbaut, der den Alkoholkonsum toleriert.

Fahren unter Alkoholeinfluss und Verlust des Führerscheins

Natürlich kann es sich um ein sehr offensichtliches Symptom handeln, wenn der Führerschein auf Grund von Alkoholkonsum eingezogen wird. Aber auch bevor dieser Fall eintritt, solltest du auf weitere Anzeichen achten und im besten Fall den Betroffenen von Führen eines Fahrzeuges abhalten, wenn du das Gefühl hast, dass er Alkohol konsumiert hat.

Verlust des Arbeitsplatzes

Mit zunehmender Unzuverlässigkeit auf Grund des Alkoholkonsums erhöht sich natürlich auch die Gefahr des Jobverlustes. Falls es soweit kommt, dann kann der Betroffene jedoch auch häufig Gründe dafür nennen oder Schuldzuweisungen vornehmen, die die Kündigung vermeintlich rechtfertigen sollen.

Verstecken des Alkohols und heimliches Trinken

Nicht selten werden auch die Alkoholflaschen in sonst nicht üblichen Aufbewahrungsorten versteckt, beispielsweise zwischen der persönlichen Kleidung, im Nachtschrank oder hinter den Aktenordnern. Diese Verstecke ermöglichen es den Betroffenen (ugs. Alkoholiker), dass sie allein und ungestört den Alkohol konsumieren können, ohne sich vor anderen Personen dafür rechtfertigen zu müssen.

Körperliche Symptome und optische Merkmale von Alkoholismus (ugs. Alkoholiker)

Neben den Veränderungen im Verhalten, äußert sich ein Problem mit Alkohol auch in körperlichen und physischen Anzeichen. Denn ein langanhaltender und intensiver Konsum hat natürlich auch wesentliche, negative Auswirkungen auf den Körper des Betroffenen. Es gibt kein typisches Aussehen der Betroffenen (ugs. Alkoholiker). Aber der Körper zeigt mit zunehmenden Konsum äußere Symptome von Alkoholismus, die du als Angehörige vielleicht gegebenenfalls wahrnehmen kannst.

Mundgeruch: Die Alkoholfahne

Hierbei kann es sich um ein sehr offensichtliches Symptom handeln, wenn du den typischen Alkoholgeruch bei dem Betroffenen wahrnehmen kannst. Aber vielleicht hast du in letzter Zeit auch einen intensiven Geruch von Mundspülung oder Kaugummi wahrgenommen? Denn viele Betroffene versuchen damit den Geruch des Alkohols zu verdecken.

Appetitlosigkeit und kein Hungergefühl

Ein weiteres körperliches Symptom kann es sein, dass der Betroffene (ugs. Alkoholiker) seltener Appetit und Hunger hat. Häufig neigen Menschen mit einem Alkoholproblem dazu, in Zeiten des Konsums weniger zu Essen und sich ungesünder zu ernähren.

Weitere körperliche Symptome

Wie du dir vorstellen kannst, gibt es bei den körperlichen Veränderungen eine Vielzahl von weiteren möglichen Anzeichen. Hierbei handelt es sich beispielsweise um:

  • Häufige Magen-Darm-Beschwerden
  • Hautrötungen und / oder Schuppenflechte
  • Juckreiz an den Handflächen, Fußsohlen sowie an Armen, Beinen und Oberkörper
  • Starkes Schwitzen
  • Gealtertes Aussehen / Voralterung
  • Aufgedunsenes Gesicht - "Alkoholiker-Gesicht"
  • Wundheilungsstörungen
  • Nagelveränderungen
  • Bei langanhaltenden Alkoholkonsum die sogenannte "Alkoholiker-Trinkernase“ (Rosazea / Rhinophym) und bei Verzicht auf Alkohol, dass Zittern von Augenlidern und / oder Händen und Fingern.

Bitte bedenke bei deinen Überlegungen, es sind nicht immer alle Alkoholismus-Symptome (ugs. Alkoholiker) sofort erkennbar, vielmehr treten diese in Abhängigkeit der jeweiligen Phase der Alkoholerkrankung auf. Es ist daher nicht möglich, nur auf Grund von Symptomen eine Alkoholsucht festzustellen. Jedoch allein die Tatsache, dass du dich bereits über die Symptome und Anzeichen von Alkoholismus (ugs. Alkoholiker) informierst und dir Gedanken über das Trinkverhalten deines Angehörigen machst, kann ein Hinweis darauf sein, dass ein Problem mit Alkohol besteht. Für die bessere Einordnung des Alkoholkonsums und die Erkennung von Alkoholismus, gibt es die zwei Methoden nach ICD-10 und DSM-5, auf die ich in diesem Artikel eingehe.

Bist du auf der Suche nach Hilfe und Antworten?

Erinnerst du dich noch daran, wie es sich anfühlt Spaß zu haben? Lachen zu können und sich sorglos und frei zu fühlen? Das Alkoholproblem eines nahestehenden Menschen kann dir all diese schönen Dinge nehmen und sie durch Sorgen, Angst und Wut ersetzen. Das muss nicht sein. Erfahre wie du deine Situation verändern kannst.

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Wenn Alkohol zum Problem wird.
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